Dienstag, 24. August 2010

HKSAR

meine ankunft in hong kong war ganz gut; da ich ja meinen geburtstag im hostel verbracht habe, dacht ich mir, ich gönn mir mal ne nacht in nem ordentlichen hotel in hong kong - die wahl fiel dann aufs "W", was ganz cool war. die abwicklung am flughafen und der transit zum hotel ging superschnell. dazu sind die strassen in hk weitgehend sauber, die leute allgemein freundlicher, und mit englisch kommt man fast überall gut durch.

so weit so gut, nach einer luxeriösen nacht und einem morgendlichen schwumm im dachpool wollte ich am nächsten tag mein hostel/guesthouse beziehn. wie sich herausstellte, hätte ich die tipps von fabian (der hk gut kennt) etwas genauer lesen und mir zu herzen nehmen sollen. meine geplante/reservierte absteige war tatsächlich in chungking mansions, vor der er mich eigentlich irgendwann mal gewarnt hatte. bei diesen 'mansions' handelt es sich um einen riesigen wohnblock aus den 60er jahren, der unglaublich heruntergekommen und offenbar auch das zentrum vieler (halb?) illegaler machenschaften hongkongs ist - und gleichzeitig aber auch eine art kultstatus erlangt hat. man sagt, die billigsten guesthouses in hk, würd ich aber bezweifeln. nundenn, das umfeld dort ist nicht sonderlich angenehm, es gibt nur zwei lifte für einige tausend bewohner, und auch nur zwei treppenhäuser - so, dass man sich schon etwas sorgen um allfällige feuer macht. dazu war mein zimmer auch nur etwa 9qm gross, inkl. badezimmer; ein kleiner raum mit klo, wobei es an der wand dann einfach noch dusch-armaturen hat. in andern worten müsste man wirklich auf die toilette stehn, um zu duschen. der ganze raum (nicht nur das klo) war bis auf die decke komplett gekachelt, was zwar sauber, aber nicht speziell gemütlich war. dazu ein kleines fenster mit blick in einen senkrechten lüftungsschacht voll mit lärmenden klimaanlagen (d.h. quasi innenhof, grauenhaft dreckig auch), die lauteste darunter war aber diejenige in meinem zimmer.
ich machte mich dann auch geradwegs auf die suche nach nem andern hostel, fand dann auch rasch eins (yesinn) dank den vielen orten in hk mit gratis wifi; dort gabs dann saubere, einladende, relativ ruhige dormrooms zu acht betten. billiger war's auch noch und ich konnte ein paar leute kennenlernen. allerdings war das durchzogen, weil die meisten eher nur kurz bleibende, reisemüde backpacker waren oder sonst gestalten, die (unerklärlicherweise) wochenlang in hk rumhängen, ohne irgendwas konkretes zu machen (da kann ich mir angenehmere und vor allem billigere orte vorstellen). oder koreanergrüppchen.

im übrigen gibts in hong kong so gut wie keine einfamilienhäuser - praktisch nur wohnblocks, das hostel war auch wieder in so einem, aber einem saubereren und neueren, im 15. stock. das ist irgendwie erstaunlich, denn das gesamte gebiet hongkongs ist nicht wirklich grossflächig besiedelt, dafür ist die menschendichte in den bebauten gebieten massiv. das macht's wiederum einfach, aus der stadt rauszukommen - was sehr reizvoll und notwendig ist, denn hong kong selbst hat in meinen augen nicht so viel zu bieten:

es gibt ne skyline, nagut, aber im vergleich zu shanghai wird hier nichtso mit neon geklotzt, was etwas enttäuschend ist. durch die berge wirkt alles irgendwie auch ein bisschen kleiner und beschaulicher - obwohl es in hong kong wesentlich mehr hohe gebäude gibt als in shanghai. wie dem auch sei, so ne skyline ist etwa 24 minuten interessant.
um dies auszuweiten gibts jeweils abens um acht eine viertelstündige 'symphony of lights' wo die neonbeleuchtungen einiger spärlicher gebäude zu grässlicher musik koordiniert animiert wird. dazu gibts noch grüne laser auf einigen gebäuden. alles in allem eher enttäuschend. das war's dann auch schon bald mit einzigartigen attraktionen in hongkong, es gibt einige museen, die tönten aber nicht so interessant. history museum, museum of science & technology, classic chinese art, undso. als nächstes werden im führer zahlreiche märkte empfohlen, was wohl aber nur für touristen interessant ist, welche zum ersten mal asiatischen boden betreten (getrocknetes zeug, fischmarkt, nippes-street).
ich musste also die b-tipps im führer zu rate ziehen, das heisst, raus aus der stadt! das ist aber aus den bereits erwähnten gründen sehr einfach, zuerst fuhr ich in den süden von hong kong island. das dauert gerade mal zwanzig minuten per bus und man steht an nem hübschen strand, fernab des trubels der stadt. etwas weiter unten liegt das hafenkäffchen stanley, sehr hübsch. man fühlt sich plötzlich wie auf einer insel im mittelmeer - kleine, enge strässchen, niedrige gebäude, n markt wie in der türkei, gemütlich. tags darauf fuhr ich nach lantau, die insel, auf der der flughafen liegt (bzw. auf einer daran liegenden aufgeschütteten halbinsel). dort kann man mit einer gondelbahn in ein tourikaff hochfahren, wo's einen 'giant buddha' gibt. das ist alles auch ganz nett, aber die natur ist eigentlich das schönste daran. ich bin dann kurzerhand auch noch auf den lantau peak geklettert (gute wanderwege, ca. 2h rauf und runter vom buddha aus), mit doch 934m der höchste berg der insel. das ist sehr schön und empfehlenswert, wenn auch unglaublich schwitzig!
an meinem letzten tag fuhr ich noch nach macao (was ich ursprünglich nicht vor hatte). das war lustig, ich war jedoch überrascht, wie kompliziert das ganze war - denn man spricht immer von hk&macao, aber ich musste doch 4x an irgendnem immigration booth anstehn und meinen pass stempeln lassen. macau ist interessant, man kann es wohl als mischung aus portugal, china und las vegas bezeichnen. (die halbinsel war früher mal portugiesische kolonie, heute ist sie auch special-administrative-region wie hk, dazu ist glücksspiel legal.) .. macao bietet eine hübsche portugiesische altstadt und gleicht hong kong gar nicht (bis auf die chinesen). die zusammenfassung der beiden freistaaten kommt wohl daher, weil beide faktisch dieselbe währung verwenden (fixer 1:1 umrechnungskurs). mein aufenthalt war recht kurz, nur einige stunden, weshalb ich nicht so viel vom casinoleben oder der küche mitbekam. aber einen abstecher wert ists allemal. lustig auch das schon fast babylonische sprachengewirr (kantonesisch, mandarin, portugiesisch, englisch für turis).
tyo, das wars dann auch!



mittlerweile bin ich in bangkok angekommen (ja, khao san road). ganz gemütlich hier, auch wenn die leute auf der strasse in den touri-areas wehement aufdringlicher sind und man das gefühl hat, allerorts übern tisch gezogen werden zu können. zu meinem grossen ärger hab ich heute morgen am bankomat meine postcard vergessen, d.h. das geld kommt hier halt vor der karte raus. aber es lässt sich wohl irgendwie wieder einfädeln, verhungern muss ich im moment noch nicht. (...)

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