Donnerstag, 19. August 2010

shanghai (verzögert)

in der zwischenzeit war ich 5 tage in shanghai, kann aber erst jetzt, in hong kong, darüber schreiben, weil in mainland china alle westlichen sozialen medien, darunter auch diese blog-seite, zugänglich sind.

shanghai ist ne sehr verrückte stadt, besonders im august, wo's gegen 40 grad heiss ist, superfeucht, dreckig. tokyo und new york waren angenehm dagegen! mein hostel befand sich nicht im zentrum, etwas weiter draussen, wo die strassen auch schön dreckig und staubig sind, wie man's sich vorstellt. irgendwer hat mir gesagt, shanghai sei nicht china, dem würd ich aber (unter vorbehalten) widersprechen. besonders wenn expo ist und drum halb china nach shanghai pilgert!
im allgemeinen war ich zu beginn schon etwas schockiert, dazu haben die chinesen null anstand und umgangsformen. freundlichkeit gegenüber unbekannten/kunden ist ein fremdwort. abernaja, man gewöhnt sich dran, auch wenn's halt zu wünschen übrig lässt. sonst, verrückt, weil so kontrastreich von gepützelt zu müllhalde, und weil in der nacht fast alle häuser mit kitschneonlichtern beleuchtet ist. und ähnlich wie tokyo ist die stadt unglaublich gross, endlose haufen von sozialistisch anmutenden apartment-klötzen (siehe bild mit modell der stadt).



am ersten tag fuhr ich gleich zum sogenannten 'bund', der einzigen wirklichen attraktion der stadt. dabei handelt es sich um eine flusspromenade mit blick auf die skyline der andern seite - pudong, was alles in den letzten 20 jahren hingeklotzt wurde. ich wurde dort auch gleich ein paar mal von chinesischen touristen angesprochen, welche ein foto mit mir wollten, ganz lustig. auf der fähre rüber nach pudong traf ich dann einen chinesen, der offenbar auch alleine unterwegs war, mit dem ich dann auf das höchste gebäude in shanghai, das world financial center (flaschenöffner) hoch fuhr. das war zwar ne etwas verzwickte situation, weil der spass 150 yuan kostete (so 25.-) .. und.. er dafür offenbar etwa einen tag arbeiten musste - er wollte aber àtoutprix kein geld von mir annehmen. wir gingen dann noch durch die altstadt und assen irgendwo chinesisch, obwohl er sich als tourist in shanghai auch nicht so wirklich auszukennen schien. aber war ganz lustig.

tags darauf besuchte ich die expo, die war recht grässlich. es war heiss und hatte grauenhaft viele leute. chinesen, zu 98%, ich glaube sie sehen darin eine möglichkeit, gewissermassen ein stückchen der welt zu sehn. man konnte auch so ne art expo-pässe kaufen, in die man bei jedem pavillion n stempel reinmachen kann. die bauten sind meineserachtens nicht besonders beeindruckend, und um reinzukommen musste man ewig in der schlange stehn, so zwischen 45min und zwei stunden. insofern recht mässig. highlight für mich war aber eigentlich der iranische und der nordkoreanische pavillion, war interessant, wie sich die 'schurkenstaaten' so präsentieren. die restlichen tage war ich ein paar mal mit leuten aus dem hostel unterwegs durch die strassen shanghais.. es gibt schon dies und das zu sehn, nichtsdestotrotz, und mit der zeit vereinnahmt einen die stadt, wenn man sich an alles gewöhnt hat. am ende wär ich eigentlich noch gern etwas länger geblieben. erstaunlich aber dieser kulturshock nach japan. umgekehrt jetzt wiederum dasselbe: bin jetzt in hong kong angekommen, und hier ist das meiste unglaublich gepützelt, geordnet, guterzogen. am anfang war ich überwältigt. aber dazu später mehr..

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