Dienstag, 12. Oktober 2010

Burma

so, ich bin mittlerweile in sydney angekommen - wo's eigentlich nichts zu tun gibt, ich aber trotzdem keine zeit finde. doch dazu später evtl noch etwas mehr.. aber übermorgen bin ich schon wieder weg von hier, in neuseeland.

burma war eine sehr eindrückliche, abenteuerliche, einzigartige erfahrung. deshalb könnte ich darüber sehr viel schreiben - es ist unglaublich, wie viel ich in den knapp zwei wochen erlebt habe. darum, damit das hier nicht all zu lange wird, verschieb ich die details auf zu hause.. ich lass mich gerne mal zum abendessen oderso einladen. ;)


insofern, nur ein paar skurrilitäten und eckdaten..

> meine route war: YANGON -nachtzug-> BAGAN -tagesbus-> MANDALAY -nachtbus-> YANGON -tagesbus-> KYAIKTIO -tagesbus-> YANGON.
... die busse sind alles andere als luxus, allerdings auch nicht allzu unkomfortabel. lediglich der bagan-mandalay bus ist recht eng, da lohnt es sich wohl wirklich, mit dem boot (auf dem irrawaddy) oder dem flugzeug zu gehn. da ich aber zur off-season dort war, gab's das boot nicht.

> in burma kann man kein geld abheben, es gibt keine bankomaten. alle kreditkarten und traveler's cheques sind wertlos. man muss daher all das geld, was man auf der reise braucht, von anfang an mit ins land bringen und stets mit sich rumtragen. das macht die sache einiges abenteuerlicher, weil man nicht genau weiss, was einen an kosten erwartet und man will es ja tunlichst vermeiden, in geldnöte zu kommen. ich kann nur nur empfehlen, eher etwas zu viel geld mitzunehmen. in meinem fall war's etwas ärgerlich, weil ich die ersten zwei nächte in yangon im traders hotel (shangri-la) gebucht hatte - per internet und mit meiner kreditkarte als garantie, weshalb ich annahm, dass ich in diesem teureren hotel sicherlich mit kreditkarte bezahlen könnte. dem war aber nicht so, weshalb von den 700$, die ich aus thailand mitbrachte, gleich 220$ dafür drauf gingen. das problem war auch, dass ich an dem abend erst nach 8 uhr im hotel ankam und um die uhrzeit nicht mehr so in der stimmung war, nach preiswerteren alternativen ausschau zu halten. tyu, also nur 380$ übrig für 12 tage oderso. das klappte aber am ende ganz gut, um aber ein gutes finanzielles polster zu haben, musste ich auf den geplanten inlandflug mandalay-yangon verzichten und mit dem recht unbequemen nachtbus reisen. neben den zum teil rumpligen strassen und wenig luxeriösen platzverhältnissen/sitzen war vor allem mühsam, dass wir zweimal durch strassensperren mussten, wobei alle passagiere aussteigen und ihre ID oder ihren pass zeigen mussten.

> burma ist in der tat 'underdeveloped', doch das hat vielerorts seinen einzigartigen charme. es ist idyllisch, unverdorben, vor den negativen einflüssen des kapitalismus und westlicher zivilisation bewahrt (siehe zB china). dafür ist das strassenbild häufig recht dreckig, aber man gewöhnt sich innert ein paar tagen recht gut daran. weil die leute superfreundlich sind und das land für touristen wohl zu den sichersten orten überhaupt gehört, fühlt man sich gegen ende eigentlich ganz wohl, selbst wenn einem yangon zu beginn vorkommen mag wie baghdad.

> wie gesagt, die leute sind meist äusserst freundlich. lediglich in bagan und in kyaiktio (auf dem berg selbst), touristische hotspots, neigen leute teils zu unanständiger abzocke. besonders in bagan kann es auf die nerven gehn, wenn man (bangkokmässig) dauernd in irgendeine unterhaltungen hineingezogen wird ("hello! how are you? where are you from?"), wo man am ende irgendwie unanständig werden muss, wenn man nichts kaufen will. insofern empfehle ich, in eher wenig touristische gebiete zu gehn - dort freut man sich mehr über die ausländischen besucher und man wird häufig angesprochen und von freundlichkeit überhäuft.

> à propos kyaiktio pagoda (golden rock): das ist nicht zu empfehlen, kann man fast als tourist trap bezeichnen. bzw. die reise und u.u. die wanderung auf den berg sind reizvoll und eindrücklich, aber der goldene fels selbst ist wenig berauschend, die sache kostet horrende 8$ eintritt und die stätten um den stein sind architektonisch grässlich angelgt - das ding kommt nicht richtig zur geltung. zudem, wie erwähnt, u.u. abzockerische gastronomie.

> die meisten burmesen tragen eine art rock, ein sogenannter longyi. da gewöhnt man sich schnell dran und die dinger sind auch recht bequem, besonders wenns heiss ist. daneben kauen aber viele männer (wie in indien offenbar auch) blätter-päckchen, gefüllt mit sogenannten betel-nüssen und tabak, was ihre münder rot färbt und die zähne grässlich schädigt. wie kautabak wird auch dieses zeug stets ausgespuckt - die flecken auf den strassen und plätzen, besonders in den städten, sehen unschön aus, wie blut. doch man gewöhnt sich daran. ;)
die frauen haben fast immer eine art weissmacher-creme im gesicht, die etwas aussieht wie heller lehm. häufig wird diese mit einem breiten pinsel kunstvoll auf die wangen aufgetragen, für die burmesinnen eine art make-up, das meineserachtens nach einiger gewöhnungszeit durchaus ästhetisch ist.

> importgüter sind luxusgüter. lediglich aus china werden ernsthaft waren importiert, zum einen weil's billig ist, zum andern weil burma nur zu china über gute beziehungen verfügt. das passt auch. beispielsweise coca cola, importiert aus thailand, schlägt mit 0.7-3$ recht teuer zu buche.. mindestens doppelt so teuer wie das burmesische star-cola.

> wie hinlänglich bekannt, die junta ist eine schweinerei. ich hab keinen burmesen getroffen, der irgendetwas positives an der regierung gefunden hätte. (allerdings: im gegensatz zu china ist in burma facebook zugänglich. es ist eigentlich auch erstaunlich, dass es überhaupt internet gibt.) was den tourismus betrifft; das regime ist so tolerant gegenüber touristen, weil diese harte währung ins land bringen. allerdings zahlt man als tourist vielerorts (besonders: zug, flugzeug und eintritte) unanständig viel mehr als burmesen, wobei diese preisdifferenz im normalfall zu 100% in die kassen der junta fliesst. beispielsweise eben die 8$ eintritt beim golden rock. allgemein gilt also das motto "don't feed the tiger", das hab ich aber eigentlich soweit möglich vermieden, da ich fast nur bus gefahren bin. wie dem aber auch sei, ich glaube kaum, dass das geld aus dem tourismus einfluss darauf haben wird, ob die regierung gestürzt wird, bzw. demokratie einzug hält, bzw. es der bevölkerung besser geht. die oligarchen scheffeln vor allem durch das geschäft mit erdgas geld, von dem die bevölkerung rein gar nichts kriegt.

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