beginnen wir mal von vorne: nach tokyo stand bei uns der mt. fuji auf dem plan.. tönt simpel, zumal ja jeder gute japaner einmal in seinem leben dort rauf soll und man die halbe strecke per bus fahren kann, 1400 höhenmeter bleiben aber noch zu bewältigen. hm. 4-4.5h oderso, ne..
wir kamen also am morgen von tokyo her in kawaguchiko an und suchten in der frühen mittagshitze dieses youth hostel, von dem uns 'der dude' aus dem ryokan in tokyo erzählte. dort angekommen, schien das nicht besonders komfortabel oder preiswert, aber schon irgendwie okay, lust nach alternativen zu suchen verspürten wir bei dem wetter nicht.. wir konnten dort auch unser gepäck über nacht lagern und mussten nur die übernachtung am zweiten tag bezahlen - denn wir hatten vor, den fuji in der nacht zu besteigen, damit wir bei sonnenaufgang auf dem gipfel wären. wir dümpelten also den rest des tages noch am nahe gelegenen, aber nicht besonders hübschen see kawaguchiko rum.. was aber mässig erholsam war, zumal wir uns noch irgendwo stirnlampen kaufen wollten, diese aber nirgends finden konnten.
abends um 9 gings dann mit dem letzten bus in die sogenannte 5. station (von 10.) hoch, wo wir gegen 10 uhr ankamen und vor dem abmarsch noch etwas rumdümpelten. bezeichnenderweise gabs dann dort oben wanderutensilien en masse, nachdem wir uns im dorf unten behelfsmässig ein paar taschenlampen gekauft hatten. wir konnten den aufstieg auch relativ gemütlich nehmen, da der sonnenaufgang erst gegen 4 uhr war. der weg war wenig spannend (vegetationslos), dunkel (natürlich) und stetig steil. am weg hat es ungefähr 10 hütten bis zum gipfel, was das ganze von unten irgendwie wie ne chilbi-meile aussehen lässt. in den hütten gibts jeweils verköstigungs- und rastmöglichkeiten - und kostenpflichtige latrinen, die interessanterweise immer teurer werden, je höher man kommt (bis 400 yen = 4.80 chf!!?) .. ah, und getränkeautomaten, tatsächlich, auch zu oberst! schön am aufstieg in der nacht ist der sternenhimmel, der immer klarer und heller wird, je höher man aufsteigt. gegen ende des aufstiegs (ab 3300m) wird die sache aber mühsam; zum einen, weil die luft dünner wird, zum andern, weil gegen sonnenaufgang hin scharenweise japaner aus den oberen hütten strömen (die haben dort übernachtet/länger gerastet), so dass es auf dem schmalen weg ganz schön eng wird und man häufig warten muss, und die augen zusammenkneifen, weil einem irgendwer mit der stirnlampe ins gesicht blendet. generell war die stimmung dann etwas gereizt, zumal ja auch niemand den sonnenaufgang verpassen wollte. davon angestachelt, gaben wir auch etwas gas. das war blöd, denn anja musste sich (mitunter deswegen) 50m vor dem gipfel (37irgendwas) noch übergeben und wir waren etwa ne halbe stunde zu früh oben. needless to say, froren wir ne halbe stunde lang gottsjämmerlich. mein gott, wie kalt das war?! trotz 2 tshirts, 1 kapuzenpulli, 1 windjacke - so geh ich ja normalerweise skifahren. und erstaunlich war vor allem, dass man bis zum gipfel hoch im tshirt gehen konnte, ohne kalt zu haben.
der sonnenaufgang war dann okay, aber naja, kalt, das wetter war nicht so grandios, dass man allzuweit gesehen hätte, und die versprochenen wolken zogen dann auch schnell nach sonnenaufgang auf, damit's auch nicht gleich zu warm würde! anja hatte dann auch noch ne gröbere krise, zu wenig schlaf, zu kalt, zu anstrengend, zu wenig sauerstoff, vielleicht.. mein rechtes knie tat nach den ersten paar schritten vom gipfel weg zu den hütten bereits weh. (...) das konnte ja heiter werden.. wurde's auch: gegen halb 9 uhr morgens waren wir erst wieder unten. und der weg hinunter war noch langweiliger als der hinauf.
all in all: fuji, been there done that. nothing more.
oooh! aja, wir sind noch nicht fertig, denn dann wurde es erst richtig lustig! also, ne; unten angekommen, hingen wir, es den japanern gleichtuend, erstmal ne weile rum, assen und tranken etwas, entspannten kurz. glaub so um halb elf ging's auf den bus wieder runter ins tal, der etwas übervoll war, man musste um einen sitzplatz kämpfen - was nach 26h auf den beinen keine lustige sache mehr ist. zurück in kawaguchiko gings dann nochmal in der frühmittagshitze ins hostel (15 min) .. tyu, und dort fanden wir dann mal unser zimmer, japanese style, hm, ohne klimaanlage. netterweise durften wir nach einigem quengeln duschen, denn das gemeinschaftsbad ist sonst normalerweise nur von 18.30 - 20.00 geöffnet! (aha?) man kann hier vielleicht noch mal erwähnen, dass das keineswegs ne billige übernachtungsmöglichkeit war (4000 yen = 48 chf). nach einigen schwitzigen stunden auf dem futon gingen wir noch irgendwo was zu abend essen, wo wir ewig warten mussten (1h).
um die ganze schöne fuji sache abzurunden, wurden wir im hostel morgens um 7 uhr durch symphonische fanfaren geweckt, welche aus den laut(LAUT!)sprechern im gang erschallten und von kitschiger, john-williams-mässiger morgenmusik gefolgt wurden. dies ging etwa ne stunde lang, an schlaf war ernsthaft nicht mehr zu denken, zumal checkout um 9 uhr ist, worauf uns der ältere hostelbesitzer auch noch einmal äusserst unfreundlich hinwies.
für leute, welche diesen beitrag ergoogelt haben: von einer übernachtung im youth hostel kawaguchiko ist also sehr abzuraten.
nungut, jetzt wissen wir auch, weshalb die japaner sagen, wer den fuji in seinem leben niemals bestiegen habe sei ein narr; wer ihn aber zweimal bestiegen hat, der sei der noch ein viel grösserer narr. ähja. nach diesem fuji-erlebnis gings dann weiter nach matsumoto-koyto-morioka-aomori hierhin!
dazu aber später mehr (und mehr bildchen) ..